ich habe mir im letzten Jahr den Laptop Medion Akoya E6424 gekauft und bin sehr zufrieden damit.

Ich habe allerdings einige Änderungen bzw. Updates an dem Gerät vorgenommen. Weil das System nun seit mehr als einem Jahr störungsfrei läuft und von einer Performance-Einbuße nichts zu spüren ist, möchte ich hiermit diese Aufrüstung an meine Besucher weitergeben.

Zunächst habe ich den Arbeitsspeicher von 6GB auf 12GB aufgerüstet. Der Laptop besitzt 2 RAM-Steckplätze, bestückt mit 2GB und 4GB. Dazu habe ich die 2GB-DIMM durch eine 8GB-DIMM mit gleichen Leistungsdaten ersetzt.

Dann habe ich die 1GB Festplatte von Toshiba gegen eine Samsung SSD 850 Pro 500GB getauscht.

Schließlich tauschte ich die herstellerseitig verbaute Phison SSD 128GB  M.2 gegen eine deutlich schnellere Samsung V-NAND SSD 850 EVO M.2 SATA (MZ-N5E250), die für ca. 100€ zu haben ist. Der Einbau einer NVME SSD ist leider nicht möglich, da der M.2 Slot im E6424 nicht für PCIE konfiguriert ist, sondern nur SATA unterstützt.

Das Samsung Tool Magician liefert für die Phison SSD lediglich erbärmliche Transferraten im Vergleich zur 850 Pro (siehe unten).

Die SSD 850 EVO M.2 habe ich über einen M.2-SATA-Adapter mit einem SATA-USB-Konverter an das E6424 angeschlossen, um die Phison zu klonen. Leider erkennt das E6424 diese Karte nicht, obwohl sie eine SATA Karte ist. Nach mehreren erfolglosen Versuchen fiel mir dann ein, dass eine jungfräuliche Karte ja erst initialisiert werden muss. Dazu muss sie aber im M.2 Slot stecken, in dem aber die System-Disk (Phison) installiert ist.

Die Lösung:

Zunächst ist vor dieser Aktion im BIOS die Funktion "Secure Boot" unbedingt zu deaktivieren.
1.) Das Programm EaseUS ToDo Backup Free installieren. Dann den Rechner herunterfahren und das Stromkabel abziehen.
2.) Den Bodendeckel am E6424 nach Lösen der 5 Schrauben abnehmen. Entfernen der Daten-Disk (850 PRO) und eine leere, aber bereits initialisierte und formatierte SATA-HDD dort einsetzen.
3.) Mit dem Tool EaseUS ToDoBackup Free, welches eine Disk-Klonen Funktion im laufenden Betrieb bietet, die System Disk im M.2 Slot auf die HDD übertragen (klonen).
4.) Den Rechner herunterfahren, die M.2 SATA SSD (Phison) entfernen und stattdessen die 850 EVO einsetzen.
5.) Den Rechner neu starten. Er bootet automatisch von der SATA-HDD, da kein anderes OS auf dem Rechner zu finden ist. Mit dem Start der Datenträgerverwaltung fragt das System sofort, wie die neue SSD initialisiert werden soll. GPT ist natürlich die Wahl.
6.) Nach dem obligatorischen Neustart (wieder von der SATA-HDD) lässt sich das System mit EaseUS ToDo Backup Free nun genauso einfach von der SATA-HDD auf die neue M.2 SSD (850 EVO) übertragen wie vorher in umgekehrter Richtung. Das dauert ca. 1 Stunde.
7.) Den Rechner herunterfahren, die SATA-HDD gegen die ursprüngliche Daten-Disk (850 PRO) tauschen, den Bodendeckel des Laptops wieder anbringen, den Rechner wieder einschalten und per F2 das BIOS-Setup starten.
8.) Im BIOS sollte die Funktion "Secure Boot" jetzt wieder aktiviert werden.

Nun der Vergleich zwischen "Vorher" und "Nachher":

Ursprünglicher Zustand nach Einbau der Daten-Festplatte Samsung SSD 850 PRO 512 GB

Hier ist Rapid Storage Technology (RST) von Intel und Over Provisioning (Magician von Samsung) für die 850 PRO eingerichtet.

Das sind beeindruckende Daten für eine SATA III-SSD. Im normalen Betrieb macht sich das aber nicht sonderlich bemerkbar, da ja "nur" mit Dokumenten gearbeitet wird. Die Programme laufen ausschließlich auf der OS Disk. Und diese liefert im Vergleich zur NON OS Disk nur eine erbärmliche Leistung.

Nach Tausch der SSD Phison 128 GB gegen eine V-NAND SSD 850 EVO M.2 250 GB ergeben sich nach Umdefinition von RST auf die SSD 850 EVO M.2 und Aktivierung des Over Provisioning folgende Leistungsdaten:

 

Beim sequentiellen Lesen ist die 850 EVO 11,46 mal schneller als die Phison.

Beim sequentiellen Schreiben ist die 850 EVO 10,03 mal schneller.

Beim direkten Lesen ist die 850 EVO 5,9 mal schneller.

Beim direkten Schreiben ist die EVO 850 7,93 mal schneller.

Die SSD 850 PRO wird durch den "Entzug" der RST natürlich langsamer, hat aber immer noch extrem gute Werte (sie entsprechen den spezifizierten Werten), wenn - wie hier der Fall - das Over Provisioning aktiviert ist.

Eine beeindruckende Performance-Steigerung für das Boot- und System-Laufwerk!

Und schließlich die "heutigen" Leistungsdaten nach mehr als 15 Monaten Betrieb:

Die 850 EVO ist etwas langsamer (aber immer noch richtig schnell) geworden, die 850 PRO dagegen unbedeutend schneller.

letzte Änderung: 09.10.2017